Biologin im Mutterschutz

 

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Claudia von Montfort ist promovierte Biologin. Sie forschte die letzten Jahre als Postdoc in Barcelona und bekam dort ihr erstes und bald ihr zweites Kind. Anfangs forschte sie in ihrem Zelltod und Proliferationsforschungsgebiet weiter, inzwischen ist sie aber wieder in Deutschland und in Elternzeit.


Ihr Weg zur Wissenschaft

Nachdem Sie ihre Zukunft erst in Richtung Grafik/Design gesehen hatte und Biologie eher eines ihrer ungeliebten Fächer war, hat sie spätestens bei der Neurologie und Biochemie im Schulunterricht dann doch Blut geleckt. Sie war immer eher eine `Reagenzglasbiologin´, erzählt sie, da sie Bäume kaum unterscheiden kann, ebensowenig wie Blumen. `Ich wählte Biologie als LK, und dann war auch klar, dass es entweder Medizin oder Biologie sein würde´erinnert sie sich. Da sie die Forschung am meisten interessiert hat, entschied Claudia sich für Biologie mit Schwerpunkt Biochemie und Genetik. Als Nebenfach wählte sie Pharmakologie.

Nach der Promotion war sie als Postdoc tätig und hat sich mit dem Einfluss von Antioxidantien auf Leberschädigung, der nämlich nicht immer nur positiv , sondern in manchen Fällen (GSH Mangel in den Mitochondrien wie zB durch Alkohol verursacht) auch negativ ist, befasst. Außerdem hat sie am Einfluss des Alkohols auf den Cholesterol-Transporter StAR gearbeitet, da mitochondriales Cholesterol ein grosses Problem bei Leberkrankheiten darstellt.

Industrie, Forschung, Neuorientierung?!

`Ich habe mich anfänglich eher in der Industrie gesehen´,berichtet die Biologin. Dann ist es aber doch anders gekommen. Jetzt ist sie in Elternzeit und wird sich neu orientieren müssen. Der Grund ist laut Claudia: `Vollzeit-Laboralltag mit jetzt zwei kleinen Kindern mit einem Mann der teilweise von Montag Morgen bis Freitag Abend aus dem Haus ist erscheint mir nicht machbar´.

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Claudia und Kolleginen im Labor

Ihre wissenschaftliche Errungenschaft

Leider kann sie kein Nature Paper oder Ähnliches vorweisen, `obwohl ich gar nicht schlecht publiziert habe´, so die Wissenschaftlerin. Sie fügt hinzu: `Die für MICH wichtigste Errungenschaft ist eher, dass ich von mir behaupte gelernt zu haben wissenschaftlich zu arbeiten (was viele meiner Meinung nach nicht richtig können) und es mir Spass macht, Wissenschaft zu publizieren´.

Wissenschaftliche Errungenschaft

`Schwierig´, grübelt Claudia, `da meine Forschung immer recht eng mit der Medizin verknüpft war bleibe ich direkt dort: die Entdeckung der Antibiotika halte ich für zumindest eine von mehreren sehr wichtigen Errungenschaften´.

Auch einen Wissenschaftler zu benennen ist für sie nicht so leicht. Sie war aber immer sehr fasziniert von Mendel und der Mendel´schen Vererbungslehre.

Das wüsste ich gerne

Ihr Vater ist nicht nur Lehrer sondern auch Hobby-Astronom. So spielten die Sterne und Planeten immer eine wichtige Rolle in ihrem Leben. Daher ist eine der interessantesten Fragen für sie: Gibt oder gab es Leben außerhalb der Erde?

Stoffwechselweg benennen

Sie sagt, dass sie gar nicht genau sagen kann wieso (vielleicht liegt/lag es daran dass ihr Bio-Lehrer sie damit wirklich getriezt hat), aber für Montfort war die Glykolyse immer der wichtigste und zentralste Stoffwechselweg. Da ihr der Name sehr passend erscheint, hätte sie ihn auch gewählt.

Als Alternative hätte sie gerne die Plattentektonik entdeckt. Sie taucht und hat sich eine Zeitlang sehr intensiv mit dem Meeresboden befasst. `Die Verschiebung der Erdplatten finde ich faszinierend!´schwärmt sie.

Die andere Wissenschaft

Wie viele anderen Wissenschaftler findet Claudia, dass die Wissenschaft wieder viel mehr gefördert werden sollte und das nicht nur in Deutschland. Des Weiteren sollte Wissenschaft auch für Nicht-Wissenschaftler zugänglicher sein. `Es gibt da sicherlich schon sehr gute Sachen´sagt sie und benennt Wissenschaftssendungen und Bücher wie Bill Brysons `A little history of almost everything´, ebenso wie Bücher die ein eher jüngeres Publikum anspricht und erste Experimente, die man auch mit Kindern machen kann, entalten. `Gerade Kinder sind ganz erstaunlich im Begreifen von Wissenschaft und ich finde es toll, dass es jetzt auch oft schon kindgerechte Wissenschaftsmuseen gibt´, freut sich die junge Wissenschaftlerin und Mutter. Ihrer Meinung nach sollte in diesem Bereich auch in der Schule schon viel mehr getan werden. Ihr Vater hat z.B. an seiner Grundschule eine Astronomie AG, und `es ist enorm was die Kleinen da schon alles wissen!´, fügt sie begeistert hinzu.

Fehler der Wissenschaft

`Ein großer Fehler ist für mich das ausschliesslich gewinnorientierte Forschen, was zwar aus Sicht der Pharmafirmen verständlich ist, aber trotzdem nicht nur so sein sollte´erklärt Claudia. Leider seien ja aber auch an den Universitäten viele Gruppen von industriellen Drittmitteln (Beispiel Düsseldorf: Mars, Henkel…) abhängig.

Was ihr auch nicht gefällt das Nutzen der Wissenschaft zur Panikmache. `Hygiene-Hype, EHEC, Virenpandemien, Klimakatastrophe…´, zählt sie beispielhaft auf.
Es würde den Rahmen dieses Steckbriefes sprengen wenn sie dazu jetzt detailiert Stellung nehmen würde, und sie sei auch kein Esoterik-Befürworter oder Verschwörungs-Theoretikerin, `aber ein bisschen kritisches Nachdenken und Hinterfragen ist gewünscht und muss erlaubt sein´, schliesst sie.

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